Was ist die richtige Strategie, um einen Konflikt konstruktiv zu lösen? Konflikttraining bei Michel Eggebrecht

Konflikte sind unvermeidlicher Teil menschlichen Zusammenlebens. Daher lohnt es sich, sie genauer zu analysieren und Werkzeuge kennen zu lernen, mit ihnen umzugehen. Das genau ist das Ziel des Konflikttrainings von Michel Eggebrecht gewesen, an dem ich kürzlich teilgenommen habe.
Die Mischung aus Gruppenübungen und kurzem, knackigem Input war hilfreich, um die Natur von Konflikten besser zu verstehen. Auch in der Hinsicht, dass manche Konflikte nur Scheinkonflikte durch unterschiedliche Sichtweisen auf dasselbe Problem sein können: In einer Übung bekamen drei Gruppen die Aufgabe, bestimmte Papiere in gewisser Weise anzuordnen, woraufhin ein wildes Gerangel entstand. Der Clou: Alle Gruppen konnten die Aufgaben lösen, wenn sie kooperiert hätten; der begrenzte Blick auf das Problem ließ einen Konflikt erscheinen, wo keiner war.

Konflikttraining beginnt mit Konfliktanalyse nach innen

Doch bevor man den Konflikt nach außen analysiert, sollte man die eigenen Motive genau klären. Hier hilft die Metapher des „Inneren Teams“ nach Schulz-von Thun. Das innere Team sind die verschiedenen Motivationen, Handlungsmöglichkeiten und Wünsche, die aufkommen, wenn wir über eine Konfliktsituation und über die in dieser Situation möglichen Handlungs- und Kommunikationsoptionen nachdenken. Die verschiedenen eigenen Motivationen zu klären, hilft, die beste Strategie im Konflikt zu verfolgen.
Dabei braucht diese Strategie gar nicht so ausgefeilt zu sein. Oftmals reicht es, klar zu formulieren, was man möchte. Ein zweiter Schritt kann sein, zu erläutern, was man wahrnimmt und ein dritter, Konsequenzen bei fortgesetztem Fehlverhalten zu beschreiben und ein vierter, diese Konsequenzen dann auch umzusetzen.

Empathie ist der Schlüssel

Bevor es allerdings zu einem Konflikt kommt, ist es nötig, zwischen dem beobachteten Fehlverhalten und der eigenen Interpretation, die zum Konflikt führen kann, zu trennen. Wenn jemand beispielsweise permanent zu Verabredungen zu spät kommt, kann das so wirken, als respektiere jemand die eigene Zeit nicht. Das ist aber nur eine der möglichen Interpretationen, vielleicht hat der andere Mensch andere Werte oder er ist herzkrank und muss dringend Streß vermeiden. Es lohnt sich also, das vermeintliche Fehlverhalten ohne Vorwurf zu thematisieren, um den Konflikt ohne negative Emotionen zu lösen.
Grundsätzlich sind Empathie und Analyse der eigenen Emotionen und Motive wichtige Schritte, um Konflikte sachlich und konstruktiv zu lösen. Zu sagen, „ich freue mich auf den nächsten Konflikt“, wäre übertrieben, aber durch Michel Eggebrechts Konflikttraining sehe ich ihm gelassener entgegen.

Konflikttraining: sprachliche Kommunikation ist entscheidend

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